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Etwas aus der Geschichte der Stadt

 

 
 

Bzenec befindet sich in einem alten Siedlungsraum. Archeologische Funde beweisen seine ununterbrochene Besiedlung seit der Altsteinzeit bis in die Gegenwart. Dieses Gebiet war ein Teil des eigenen Kernes des Groβmährischen Reiches, das hier seit den 30. Jahren des 9. Jhd. existierte. Im Jahr 906, nach den 75 Kriegsjahren mit dem Ostfränkischen Reich, wurde es durch alte Ungarn vernichtet. Über ihr weiteres Schicksal haben wir keine Informationen. Wir wissen nur, dass es zwischen den Jahren 999 und 1003 den Polen unterlag.

Inzwischen entstand ein neuer slawischer Staat; der Stamm Přemyslovci an der Spitze der Böhmer beherrschte das ganze Gebiet des heutigen Böhmens. Der erste  historisch bekannte  Fürst , Bořivoj I., der Groβvater vom Heiligen Václav, starb etwa im Jahr 889.

Im Jahr 1019, ein anderer Fürst, Oldřich, verdrängte die Polen aus Mähren und gliederte es an sein Gebiet an. Seit der Zeit haben die Böhmer und die Mährer ein gemeinsames Schicksal.    

Der Fürst Oldřich beuftragte seinen einzigen Sohn Břetislav mit der Verwaltung vom Gebiet Mähren. Er starb im Jahr 1035. Sein Sohn wurde zum  zehnten böhmischen Herrscher. Die Verwaltung von Mähren behielte er in seinen Händen. Das Gebiet hat er im Norden, Osten und im Süden mit einer Linie von Burgen befestigt. Er starb im Jahr 1055. Vor seinem Tode teilte er Mähren in zwei Provinzen – Brünner und Olmützer Provinz, die seine beide jüngere Söhne bekommen sollten. Anfangs des 12.Jhd. wurde die Brünner Provinz noch in zwei weitere Provinzen geteilt. So entstand noch die Znajmer Provinz. Die Provinzen waren vererblich.

Mähren blieb bis ins Jahr 1182 in vererbliche Fürstentüme geteilt. In diesem Jahr nützte der römisch-deutsche Kaiser Friedrich Barbarosa die Disproportionen in der herrschenden böhmischen Dynastie und greifte in die innere böhmishce Angelegenheit ein: er nahm aus der Macht des böhmischen Herrschers Mähren und machte es zur Markgrafschaft. Mähren wurde also wieder nach 120 Jahre ein staatliches politisch-administratives Ganze, das von Böhmen unabhängig war. Jedes von den beiden Ländern hatte an der Spitze einen Herrscher aus dem Stamm Přemyslovci. Das war aber das einziege, was sie gemeinsam gehabt haben. Für beide Länder war es eine gefährliche Situation. Zum Glück dauerte sie nich lange. Der böhmische Fürst starb und der mährische Markgraf ( Konrád II.Oto ) wurde zum böhmischen Fürsten und die beiden Teile haben sich wieder unter einem Herrscher geeinigt. Mähren blieb aber auch weiterhin nur noch als Markgrafschaft. Die alten Provinzen wurden aufgelöst und Mähren hatte nur mehr einen Herrscher – den mährischen  Markgrafen, der vom böhmischen Herrscher eingesetzt wurde.

Im Jahr 1197 wurde zum böhmischen Fürsten, statt seinem älteren Bruder, Vladislav Jindřich gewählt. Der verzichtete aber auf  diese Stellung und so wurde er zum ersten  erblichen Markgrafen von Mähren und sein älterer Bruder Přemysl zum böhmischen Fürsten ( seit dem Jahr 1212 dann böhmischer König, der unter dem Namen Přemysl Otakar I. bekannt war ). Beide Brüder herrschten dann in einer perfekten Übereinstimmung.

Im Jahr 1198 heiratete Přemysl Otakar I. zum zweiten mal. Er heiratete Konstanz, die Tochter des ungarischen Königs Béla III. Als Hochzeitsgeschenk widmete er ihr einige Güter im Region Hodonín, Bzenec und Kunovice. Alle gehörten zur Provinz Břeclav. Diese wurden dann  in die Pflege der Königin übergeben. Die Königin Konstanz hinterlieβ in Südmähren tiefe Spuren. Alte Burgen in Břeclav und in Hodonín lieβ sie zu steinernen Burgen umbauen und auf dem Hügel über der Stadt Bzenec eine neue Burg bauen. Nach dem Tode ihres Mannes( Přemysl starb im Jahr 1230 ) bat sie den Papst Řehoř IX., er soll die Witwenmitgift unter seine Obhut nehmen. Er bestätigte es so mit der  Urkunde vom 10. April 1231. Und gerade in dieser Urkunde  wird Bzenec das erstemal erwähnt. Die Königin Konstanz  verwaltete die Provinz bis ins Jahr 1237. Sie starb am 6. Dezember 1240 in aller Stille  im Kloster Tišnov, das sie gegründet hat.

Aber zurück zu unserem Thema. Die bzenecer Burg wurde zu einem Mittelpunkt einer der Bezirke, in die die Provinz eingeteilt wurde. Die Ortschaft unter der Burg war offensichtlich eine wichtige Marktgemeinde ( oder eine kleine Stadt ) schon  vor dem Bau der Burg. Als Marktplatz war zweifellos der Untere Marktplatz.

Aber das war noch nicht alles. Die Burg in Břeclav lag sehr nahe an der Grenze, was von der Sicht der Sicherheit der Provinzkanzlei sehr riskant  war. Deshalb wurde die Kanzlei aus Břeclav zuerst nach Vracov und dann in die Stadt Bzenec, die nur zwei Kilometer  weiter lag und diesem Zweck besser  entsprach, verlegt. Bzenec wurde zu einer wichtigen Stadt.

Vier Jahre nach dem Tod des letzten böhmischen Königs  Václav III. ( der im Jahr 1306 im Alter von 17 Jahre ermordet wurde ) übernahm den böhmischen Thron Jan Lucemburský, der Sohn des röhmisch-deutschen Kaisers Jindřich VII. Er hat Eliška, die Tochter des ehemaligen böhmischen Königs Václav II., geheiratet.

Unter der Regierung des Königs Jan ( böhmischer König in den Jahren 1310 – 1333 ) verwaltete Mähren in den Jahren 1321 bis 1329 der Bezirkshauptmann Jindřich z Lipé, ein bedeutender Magnat, der sich um die Entwicklung des Landes sehr verdiente. Leider seine Nachfolger haben keine Autorität mehr gehabt. Deshalb holte der König Jan seinen 17- jährigen Sohn Karl aus Paris. Er lebte die letzten zehn Jahre in Paris auf dem Hof des Königs. Er ernannte ihn im Jahr 1334 zum Markgrafen von Mähren. Im Jahr 1346 ( etwa 6 Wochen vorher, bevor sein Vater in der Schlacht bei Kreščak am 26.August 1346 ums Leben kam) wurde Karl zum römisch-deutschen König und im Jahr 1355 zum Kaiser gewählt. Trozdem, dass er König war, verwaltete er Mähren persöhnlich. Im Jahr 1349 ernannte er zum mährischen Markgrafen seinen jüngeren Neuder, Jan Jindřich. Endlich hatte Mähren fast nach hundert Jahren seinen eigenen Herrscher. Jan Jindřich starb  im Jahr 1375 im Alter von 53 Jahre. Beide Brüder haben Böhmen und Mähren vorwärtsgebracht.

Der Markgraf Jan Jindřich weilte sehr oft auf der Burg in Bzenec. Aber trotzdem unter seiner Herrschaft und aus seiner Entscheidung vurde im Jahr 1363 die Provinzkanzlei von Bzenec nach Uherské Hradiště verlegt. Die Stadt Uherské Hradiště war besser befestigt und konnte besser den Streifzügen aus Ungarn wiederstehen. Die Bedeutung der Stadt ging dadurch ziemlich zurück, aber nicht ganz. Die mährische Markgräfe behielten hier ihre  Bürgermeister.

Als König und Kaiser Karl IV. im Jahr 1378 starb, übernahm den Thron sein erstgeborener Sohn Václav IV. ( als vierter Herrscher unter diesem Namen ).

In diesem Augenblick muss man zuerst sagen, dass es in der böhmischen Gesellschaft während des 13. und 14. Jhd. zu groβen Veränderungen gekommen ist. Es ging schon um eine so genannte differenzierte Gesellschaft des hoch entwickelten Feudalismus, in dem die Aristokratie eine bedeutsamere Rolle spielen wollte. Die römisch-katolische Kirche wurde auch reicher und hatte eine gröβere Macht. Aber die Moral der  Priester in der ganzen Kirche war sehr niedrig.

Der König Václav IV. gerat bald in eine schwierige Lage, die ihm öfters aus den Händen geglittert ist. Nicht nur, dass zwei von seinen mährischen Vettern, die Markgräfe Jošt und Prokop, schon im Jahr 1377 in einen bewaffneten Konflikt gelangten, aber auch der höhere Adel, der mit der Art seiner Regierung unzufrieden war, stellte sich ihm entgegen. Im Jahr 1394 – auf Grunde eines schriftlichen Abkommens  - gründeten sie eine Organisation, die ihre Ansprüche durchsetzen sollte ( die s.g. Herrenverbundenheit ). An der Spitze stand  der Markgraf Jošt. Die Unzufriedenheit mit der Regierung  vom Václav IV. wuchs auch im Reich. Im Jahr 1400 wurde Václav vom röhmisch-deutschen Thron abgesetz. Zusätzlich verbreitete sich im Lande eine Krise, die in die Husitenbewegund  überging. Im Jahr 1415 wurde Jan Hus lebendig verbrannt. Im Juli 1419 kam es in Prag  zu Unruhen, die den Beginn der Husitenrevolution anmeldeten. Die wurden Václav IV. auch zum Schicksal. Als man ihn über die Ereignise in Prag informierte, bekam er einen Herzschlag und kurz darauf, am 16. August 1419, nach einer fast 39 jährigen komplizierten, mühlseligen und nicht gerade ervolgreichen Regierung, starb er im Alter von 58 Jahre.

Sein Bruder, ungarischer und seit dem Jahr 1411 auch römischer König Sigmund, kam nach Prag – das erste mal seit dem Jahr 1402, als er sich im ganzen Land erledigt hat – und wollte den frei gewordenen Thron besteigen. Die Böhmer haben ihn aber nicht aufgenommen – sie haben ihm den Tod vom Jan Hus vorgeworfen.  

Was hat das alles gemeinsames mit Bzenec ?

Sigmund führte Krieg gegen den Husiten. Damit er das nötige Geld bekommt, hat er  Krongüter verpfändet und verkauft. Im Jahr 1422 hat er einige Burgen, inklusive Bzenec, an den ungarischen Magnat, Ctibor den jüngeren aus Stibořice, verpfändet. Ctibor war der Sohn einer der einflussreichsten Männer auf Sigmunds Hof. Auch Ctibor musste Bzenec sekundär verpfänden. Auf dieser Weise kam Bzenec in Privathände.

Was die bzenecer Burg angeht, die hat die Husitenkriege nicht überlebt. Wie es dazu kam, das wissen wir nicht.

Josef Hanák, bzenecer Pfarrer  und Autor der Memoiren der Stadt Bzenec ( erschienen im Jahr 1919 ), kommentiert die Übergabe von Bzenec in die Hände der  Aristokratie mit diesen Worten :

„Solange Bzenec im Besitz der Fürste,  der Markgrafen und nachträglich der böhmischen Könige war, war sein Schiksal  eng mit der Geschichte Mährens verbunden. Die Besitzer sorgten um die Blütezeit der Stadt, verleihten und bestätigten ihr wichtige Privilegien. Ganz anders haben sich ihre spätere Besitzer verhalten. Diese haben ihre Freiheit unterdrückt, um die unterjochten Bürger noch mehr auszubeuten zu können.“

In den Jahren 1490 bis 1514 hatten im Besitz die Bzenecer Domäne, zu der einige umliegende Dörfer gehörten, Kropáčové aus Nedvědí. Zuerst Mikuláš Kropáč und im Jahr 1492 seine Söhne Kryštof und Václav. Mikuláš war der erste aus der langen Reihe der Adeligen, die versucht haben, die Rechte ihrer Untertaner zu beschrenken.

Während der Regierung dieser Besitzer wurden auf dem Gebiet der Stadt Bzenec  viele Teicher errichtet. Als Mittelpunkt der Domäne wurde statt der zerstörten Burg die Festung, die direkt in der Stadt gebaut wurde.

In dieser Zeit hat man diese Domäne noch als landesherrliches Lehen angesehen. Aber im Jahr 1514, als die Domäne Michal Podmanický aus Podmanice kaufte, enthobte sie der König Vladislav II. Jagelonský  dieser Abhängigkeit. Michal Podmanický war also damit der erste  vererbliche Besitzer.

Auch in den weiteren Jahren ging die Domäne von einer Hand in die andere über. Im Jahr 1584 starb Michal Lorant, der Besitzer der bzenecer Domäne. Vier Jahre später im Jahr 1588 heiratete seine Witwe Barbara den Freiherr Kašpar Pruskovský aus Pruskov. Nach ihrem Tode  war die Domäne im Besitz der Familie Pruskovský. Kašpar starb kinderlos im Jahr 1603. Das Vermögen hat er seinem Neffen Jan Kryštof  vermacht. Als Jan im Jahr 1625 starb, verwalteten die Domäne zwei Tutore, da sein Sohn Jiří Kryštof noch nicht voljährig war. Sie haben nicht nur die Domäne vergröβert, sondern sie haben auch den Bürgern  die Privilegien zurückgegeben, die ihnen sein Vater entnommen hat. Jiří Kryštof starb im Jahr 1663. Sein Vermögen erbte sein Sohn Jiří Kryštof. Später wurde dieser Jiří   in den Grafenstand befördert und er schrieb sich Proskovský aus Proskov. (Proszków ist eine Ortschaft in Schlesien, 10 Kilometer von der Stadt Opole auf dem Fluss Oder entfernt).

Am Ende seines Lebens hat sich der Graf Jiří Kryštof entschlossen eine neue Kirche zu bauen, da die alte schon unansehnlich und zu klein war. Er starb am 15. September 1701 ohne das er die neue Kirche  sah. Die Domäne erbte sein Sohn Erdman aus Proskov. Er führte einen umfangreichen Umbau des Renaissanceschlosses durch, stand bei dem Bau der Pfarrkirche und der Sankt Florian und Šebestián Kapelle auf dem Hügel über der Stadt, wo früher die Burg stand. Der Graf Erdman starb im Jahr 1753 im alter von 78 Jahre. Während seines Lebens pflegte er gute Beziehungen mit der Kaiserin Maria-Theresia.

Der Sohn vom Graf Erdman, Leopold, hielt sich meistens auserhalb der Stadt Bzenec. Als er im Jahr 1769 starb, ist sein Stamm nach der männlichen Linie ausgestorben. Es lebte noch seine Schwester, Gräfin Ernestine Salm-Neuburg. Sie starb im Jahr 1806 als letztes Mitglied des Stammes.

Nach  weiteren Besitzern der bzenecer Domäne wurde ihr  Eigentümer  Graf Wilhelm aus Reichenbach-Lesonice. Im Jahr 1917 kaufte die Domäne Graf Magnis aus Strážnice.

 

Das Schicksal der Stadt und ihrer Bewohner war sehr dramatisch. Öfters wurde die Stadt angegriffen. Die fremden Soldaten lebten hier auf die Kosten der Stadt und der Bürger. Öfters wurde die Stadt ausgeplündert. Das alles wurde nicht nur durch physisches und psychisches Leiden  begleitet, sondern nach jedem solchen Ereignis wurden neue Steuer vorgeschrieben und die Fronarbeiten wurden gestärkt. Einige Male brannte die Stadt, davon zweimal vollkommen. Der Stadt gelang es aber immer wieder aufzuleben.

 

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Enstanden / aktualisiert: 7.9.2009 / 7.9.2009

 

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